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Madrigalchor Aachen
Festschrift
zum 20-jährigen Jubiläum
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Grußwort von
Dr. Jürgen Linden,
Oberbürgermeister
der Stadt Aachen
Daß nicht nur Politik und Wirtschaft, sondern auch Sport und Kunst
- insbesondere die Musik - einen wesentlichen Beitrag zur Völkerverständigung
leisten können, stellt keine neue Erkenntnis dar. So kann die Stadt
Aachen, die weithin für ihre Offenheit über nationale Grenzen
hinweg bekannt ist, stolz darauf sein, eine Reihe namhafter Chöre
zu besitzen, die durch ihre musikalischen Aktivitäten "ein Stück
dieses Aachens" nach außen tragen. Einer dieser Chöre ist der
Madrigalchor Aachen, der sich diesbezüglich in seiner fast 20-jährigen
Geschichte durch zahlreiche Chorprojekte in der Euregio, durch erfolgreiche
Konzerte und Wettbewerbsteilnahmen im In- und Ausland bis hin nach Indien
und Singapur sowie durch Choraustausche engagiert hat.
Wenn dieser Chor, der sich neben der weltlichen insbesondere
der geistlichen Chorliteratur widmet, sich nun anschickt, auf Einladung
des Tel Aviv Chamber Choir eine Konzertreise nach Israel durchzuführen,
der Stätte göttlicher Offenbarung, die den Weltreligionen der
Christen, Juden und Mohammedaner gleichermaßen heilig ist, so begleitet
sie mein Wunsch, daß ihm auch diese Unternehmung - durch musikalische
Erfolge und Erfahrung positiver menschlicher Begegnungen - gelinge.
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Madrigalchor Aachen
Der Madrigalchor Aachen besteht seit nunmehr 20 Jahren. War es bei den
damals 12 Sängerinnen und Sängern zum einen der Anreiz, aus
der Anonymität der großen Aachener Chöre wie dem Domchor,
der Cappella Aquensis, dem Bachverein oder dem Singschulchor der Stadt
Aachen herauszutreten, so war es für den ersten Chorleiter, Johannes
Meister, eine willkommene Gelegenheit, seine ersten theoretischen Erkenntnisse
aus dem Studium der Chorleitung an der Musikhochschule Köln in der
Praxis auszuprobieren. Aber nicht nur für ihn, der mittlerweile als
Chordirektor an der Wiener Staatsoper wirkt, sondern auch für acht
weitere ehemalige Mitglieder wurde der Madrigalchor Ausgangspunkt für
eine spätere berufliche Karriere als Sängerin bzw. Sänger.
Die musikalischen Ziele der Anfangszeit, weltliche und geistliche Chormusik
der Renaissance und des Barocks - daher der Name Madrigalchor - in passender
Kleinbesetzung aufzuführen, wurden bald erweitert in Richtung romantischer
und moderner Chormusik. Gemäß den dynamischen und klanglichen
Anforderungen der Werke von z.B. Mendelssohn, Brahms und Distler sowie
doppelchöriger Motetten wuchs der Chor auf ca. 25 Sänger an,
eine Zahl, an der bis heute festgehalten wird.
Der Madrigalchor hat im Laufe der 19 Jahre bereits eine
Reihe musikalischer Höhepunkte erlebt. Die Teilnahme an internationalen
Wettbewerben, bei denen 1. und 2. Plätze erzielt wurden, Reisen nach
England, Dänemark, Indien und Singapur mit großzügiger
Förderung durch den deutschen Musikrat, sowie Rundfunkaufnahmen für
die BBC, den Dänischen Rundfunk, KRO (Niederlande) und den WDR sind
hier als erstes zu nennen. Hinzu kommt in den letzten Jahren ein starkes
Engagement in der Euregio: Für den Chor ist es inzwischen selbstverständlich,
Konzerte auch in den benachbarten Teilen der Niederlande und Belgiens
zu geben und dabei Kontakte zu dort bekannten Kammerchören aufzubauen.
Hilfreich ist dabei natürlich, daß der jetzige Chorleiter Hans
Leenders Limburger ist und in Maastricht als Konzertorganist und Kantor
der Marienbasilika wirkt. Ein Höhepunkt euregionaler Zusammenarbeit
war die zweimalige Aufführung der Matthäuspassion von J. S.
Bach zusammen mit dem Maastrichter Kammerchor "Studium Chorale" und dem
"Limburg Symphonieorkest"; ein weiterer Höhepunkt die Uraufführung
eines aus einem internationalen Komponistinnenwettbewerb prämierten
Chorwerks mit zwei niederländischen Chören aus Nimwegene und
Amsterdam.

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Hans Leenders
Hans Leenders studierte Orgel, Kirchenmusik und Musiktheorie am Maastrichter
Konservatorium. Sein Orgelstudium setzte er in Utrecht fort, das er dort
1992 mit dem Solistenzeugnis abschloß. Danach absolvierte er privat
das Studium des Chor- und Orchesterdirigierens.
1994 beendete er das post-konservatoriale Studium der Gregorianik und
ist seitdem Dozent für Gregorianik und Kirchenlied-Begleitung am
Maastrichter und Utrechter Konservatorium.
Hans Leenders leitet seit 1992 den Madrigalchor Aachen, ist außerdem
Mitglied der "Schola Cantorum Maastricht" und Dirigent des Maastrichter
Vocalensembles "Studium Chorale". Beim jährlichen "Thomascursus"
in Utrecht wirkt er als Dozent für Gregorianik und Chordirigieren.
Seit Oktober 1996 ist Hans Leenders Nachfolger von Jean Wolfs als Kantor-Organist
an der O.L Vrouwebasilika zu Maastricht.
Ehemalige Dirigenten des Madrigalchors Aachen
Johannes Meister 1978-1986
Thomas Busch 1986-1990
Andreas Fiebig 1990-1991
Clementine Neuray 1991-1992
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Jubiläums-Programm 1998
Konzertreise nach Israel (27.12.97-5.1.98)
Konzerte zum 20-jährigen Jubiläum
Februar/März:
Aufführung des Israel-Konzertprogramms in Aachen und Heerlen
8. und 10. Mai:
"Liebe ist kein Problem" - Revue-Programm
in der Barockfabrik, Aachen
13. Juni:
Festkonzert u.a. mit mehrchörigen Werken des Frühbarock
(mit historischen Instrumenten) im Ballsaal der Neuen Galerie,
Aachen
November/Dezember:
Projekt mit den Kammerchören "Dodekachordon" (St. Truiden,
B) und "Cantecleer" (Breda, NL) in Aachen, Breda und Herk de Stad
(B)
Chorreise nach Israel 27.12.97-5.1.98
Das Jubiläumsjahr begann der Madrigalchor sehr verheißungsvoll
mit einer Chorreise nach Israel
Während der neuntägigen Reise gastierte der Chor mit einem
umfangreichen A-Capella-Programm geistlicher Musik der Renaissancezeit
und der Moderne. Die Auftritte im Rahmen zweier geistlicher Festivals
"Liturgica" in Jerusalem und "Musica Sacra" in Nazareth fanden in Israel
eine große Zahl begeisterter Zuhörer.
Ein weiterer Höhepunkt war die gemeinsame Aufführung von Werken
Mendelssohn-Bartholdys mit dem israelischen Kammerchor "Tel Aviv Chamber
Choir" anläßlich desses 10-jährigen Jubiläums in
der ausverkauften Noga Hall, Tel-Aviv-Jaffa. Das Konzert wurde von einem
israelischen Fernsehsender übertragen.
Außerdem gestaltete der Chor einen Gottesdienst in der Erlöserkirche
in Jerusalem und ein weihnachtliches Konzert in einem deutschsprachigen
Seniorenheim in Tel-Aviv.
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Pressestimmen über den Madrigalchor

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Das Letzte über den Madrigalchor
oder: die Leiden eines altgedienten Chorsängers bei
der Aufführung doppelchöriger Werke
Da rackert man Jahr ein, Jahr aus,
nimmt sich die Noten mit nach Haus’,
zu üben dort in einem fort
nicht nur Musik, nein, auch am Wort.
Überzeugend trägt man es dann vor,
wo landet man? - im zweiten Chor!
Daß hinten steht der Schöpfung Kron’
ist zweifelsohn’ genügend Hohn.
Die Hälse zugeschnürt vom Kragen,
den Juckreiz würden nie ertragen,
die vorn im Rampenlicht sich sonnen,
dem Schattendasein sind entronnen.
Ist das denn nun Gerechtigkeit,
daß sieget stets die Eitelkeit?
Nun ja, der klügere gibt nach,
doch – anders steht das bei der Sach’,
die mich beschäftigt Tag und Nacht,
das Leben mir zur Hölle macht.
Was geht bloß im Dirigenten vor,
daß er mich, – mich steckt in den
zweiten Chor?
Ist er so schwach, der Dirigent,
daß er verkennet mein Talent?
Oder hat er Angst, ich stähl’ ihm die
Schau,
wenn ich mich weiter vorn aufbau?
Oder unterliegt er gar den Reizen der Frauen?
Ich tät’s ihm unbeseh’n zutrauen.
Kein Wunder, denk ich an die Situation,
wenn im Konzert grad verklungen der letzte
Ton,
da rücken sie aus, aufdringlich wie Mücken,
den Meister mit Blumen und Küssen zu
schmücken.
Da steht man starr mit offenem Mund,
keine Chance hat das Mitglied der ersten Stund’.
Ich seh’ doch wirklich nichts zu eng,
ein jeder von euch im Dreieck spräng’,
müßt’ er solch Qualen lang ertragen,
verzeiht mir, ich muß mich ernsthaft
fragen,
ob ich nicht bin ein echter Tor,
daß ich hier sing’ im zweiten Chor.
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